Wissenswertes über

 

 Meerschweinchenzucht

 

 

Zuchtweibchen

 

Ein Zuchtweibchen sollte mit 5-7 Monaten und ca. 700-800 g das erste Mal zum Bock. Wenn das Zuchtweibchen zu früh wirft (unter vier Monaten) kann ihr Becken Schaden nehmen. Es besteht Lebensgefahr für die Mutter und ihre Babys.

Das Weibchen sollte spätestens bis zur Vollendung des 12. Monats geworfen haben. Nach dem ersten Lebensjahr verknöchert der Geburtskanal, was im Falle einer späten Erstgeburt zu gravierenden Geburtsschwierigkeiten führen kann

Ein Zuchtweibchen sollte ein bis zwei Würfe pro Jahr haben, auf keine Fall mehr!.

Der Abstand zwischen den Würfen sollte nicht mehr als 11 Monate betragen, da sonst die Gefahr der Verknöcherung des Geburtskanals besteht. Als ideal kann der Abstand von vier bis sechs Monaten angesehen werden.

Nach dem vollendeten dritten Lebensjahr sollte das Weibchen aus der Zucht genommen werden und „in Rente gehen“.

Wenn ein Zuchtweibchen zu dick ist (ca. über 1400 Gramm) kann es ebenfalls zu Geburtsproblemen kommen.

 

 

Zuchtböcke

 

Männchen werden mit vier bis sechs Wochen geschlechtsreif.  Zuchtreif sind sie meiner Meinung nach  aber frühestens ab 500g, wenn sie zu klein sind decken sie nicht zuverlässig da sie das größere, evt. bereits erwachsene Weibchen nicht händeln können. Madam lässt sich von so einem Baby nämlich nichts sagen :-).

 

 

Allgemeines zur Zucht

 

Die Trächtigkeit der Meerschweinchen dauert ca. 62-74 Tage. Meerschweinchen kommen schon voll entwickelt und mit offenen Augen auf die Welt.

Man darf sie vom ersten Tag an anfassen, nur vorsichtig sollte man sein, da ihre Knochen noch zerbrechlich sind.

Ein weibliches Meerschweinchen ist ca. alle 16 Tage brünstig. Es ist sinnvoll ein Zuchtpaar für drei Wochen zusammen sitzen zu lassen.  Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Sau aufgenommen hat. 

 

Das Weibchen ist ganz kurz nach der Geburt wieder brünstig, deshalb sollte man das Männchen vor der Geburt aus dem Stall nehmen, um das sofortige Nachdecken zu verhindern - dieses wäre viel zu anstrengend für das Zuchtweibchen.

 

Meerschweinchen werfen bevorzugt in der Dämmerung, d.h. morgens oder abends.

Es können ein bis sieben Junge sein. Am häufigsten fallen 3-4er Würfe.

Meerschweinchen haben nur zwei Zitzen, trotzdem gibt es nie Streit darum. Wenn mehrere Mütter zusammen sitzen, kann man beobachten, dass alle Jungen bei allen Müttern trinken dürfen. Die Jungtiere trinken ca. drei Wochen lang, sie fressen schon vom ersten Tag das Futter der erwachsenen Tiere mit.

 

Die Jungtiere kommen mit 50-150 g zur Welt, wobei man bei den Jungtieren unter 65 g manchmal zufüttern muss (Rezeptur beim Züchter oder TA erfragen).

Die Jungensterblichkeit ist doch recht hoch. Es ist also ganz normal, wenn mal ein Jungtier stirbt oder tot zur Welt kommt. Vor allem, wenn es der erste Wurf der Sau ist, kann es tote Babys geben, das ist traurig aber normal.

Die Geschlechtsbestimmung der Jungtiere ist gleich nach der Geburt möglich und bedarf etwas Übung (am Besten von einem erfahrenen Züchter zeigen lassen).

Das männliche Geschlecht ähnelt einem „o“ mit i-Punkt das weibliche Geschlecht einem „y“.

Meerschweinchen werden bereits mit drei bis sechs Wochen geschlechtsreif.

Deshalb sollte das Männchen mit ca. vier Wochen und 250-300 Gramm von der Mutter getrennt werden.

Es kann dann problemlos zum Vater gesetzt werden, da es noch nicht nach Männchen riecht. Der Vater wird es als Kumpel sehen und auf jeden Fall nicht als Rivalen.

Die Jungtiere sind mit ca. vier Wochen und mindestens 270-300 Gramm abgabefähig.

 

Wenn man züchtet und nur ein Zuchtweibchen hat, muss der Bock viel alleine sitzen (wegen der Zucht- und Aufzuchtpausen). Meerschweinchen sind Gruppentiere und die Einzelhaltung bedeutet viel Stress für ein Tier, es vereinsamt leicht. Deshalb überlegen Sie diese Einzelhaltung gut, denn sie ist nicht artgerecht. Das Verhältnis von 2-3 Säuen zu einem Bock gilt als ideal.

Die Meerschweinchenaufzucht ist eine wunderbare Sache, aber man muss sich auch im Klaren sein wohin die Jungtiere gehen können. Ideal ist die Abgabe in ein liebevolles Zuhause bei Privat. Das Tierheim ist die letzte Notlösung, der Zoohandel bietet eine eingeschränkte Haltungsmöglichkeit. Man möchte ja auch gerne wissen wo seine Nachzuchten hin kommen, und wie es ihnen geht....

 

 


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